Eine Leistungsexplosion in dieser Saison hat Nina Längert (SV Bawinkel) im weiblichen Tischtennis-Sport an die emsländische Spitze geführt. Der Weg dahin war aber lang

 

Ihr Interesse für diesen Sport wurde durch eine Ferienpassaktion des TV Meppen geweckt. Mehrere gute Trainer dieses Vereins haben ihr auch den Feinschliff gegeben, was sie nicht vergessen hat. Der erste Erfolg stellte sich mit neun Jahren beim Ortsentscheid der Minimeisterschaften ein. Einen besonderen Triumph feierte sie 2013 mit der Qualifikation für die Jugend-Bundesrangliste. Eine große Wertschätzung war außerdem die zweimalige Nominierung in die niedersächsische Auswahl. Als wertvollen Rückhalt nennt sie ihre Eltern, die sie oft begleitet und unterstützt haben. Ein Meilenstein in ihrer Laufbahn war der Wechsel zum SV Bawinkel, wo sie als 13-jähriges Nesthäkchen aufgenommen wurde. Gerade ist sie mit diesem Club ein drittes Mal in die Oberliga aufgestiegen.

Ihre Spielart bezeichnet sie als offensiv, und zwar gleichermaßen mit der Vor- und Rückhand. Sie agiert mit "normalen" Belägen, hat aber andererseits keine Aversionen gegen Materialspielerinnen. Sie liebt Tischtennis, weil es eine gute Mischung aus physischer und mentaler Anstrengung ist. Als Spiel ihres Lebens bezeichnet sie den Sieg gegen Anne Sewöster (damals MTV Tostedt) bei den Damen-Landesmeisterschaften. Die Meppenerin kennt keine Angstgegnerinnen, hat aber natürlich schon bittere Niederlagen einstecken müssen.

Dass eine Gegnerin Nina auf die Palme bringt, ist selten. Dazu sagt sie: "Was ich gar nicht mag, sind Diskussionen über mögliche Netz- oder Kantenbälle. Da gebe ich den Punkt lieber ab und konzentriere mich auf den nächsten Ball." Sonst wirkt sie relativ unbekümmert, weil sie sich selbst nicht mehr so unter Druck setzt.

Und doch hat sie vor dem Spiel ein besonderes Ritual: "Ich gebe den Aufschlag immer ab, damit ich im 5. Satz beim Stand von 9:9 Angabe habe".

Ihre Karriere war nicht immer ganz geradlinig. Einmal hatte sie Motivationsprobleme, ist aber heute froh, beim Tischtennis geblieben zu sein.

Nina studiert die Fächer Latein und Deutsch und hofft, in zwei Jahren an einem Gymnasium das Referendariat zu beginnen. Auf Dauer möchte sie zurück ins Emsland und meint dazu: " So richtig weg war ich nie".

Ihr heutiges Leben besteht aus vielen Facetten. Sie studiert in Münster, lebt in Meppen, spielt Fußball in Schwefingen und Tischtennis in Bawinkel - und ist, wie sie sagt, noch immer ehrgeizig und sportbegeistert. Jüngeren Sportlern empfiehlt sie: "Durchzuhalten und nie die Freude am Sport zu verlieren".